Geschichte

Das Chagall am Senefelder Platz gibt es nun schon seit mehr als 25 Jahren. Russische und ukrainische Spezialitäten, in Verbindung mit deutscher Küche und internationalen Klassikern, ergeben eine Vielfalt mit der das Chagall bis heute erfolgreich ist. Kurz nach dem Mauerfall eröffnet, hält es sich beständig inmitten des so stark veränderten Prenzlauer Berg. 

Das Viertel rund um den Wasserturm, in dem sich das Chagall befindet, war bis in das 19. Jahrhundert hinein das Mühlenviertel, das sich bis hinter den heutigen S- Bahnhof Greifswalder Straße erstreckte. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich im heutigen Prenzlauer Berg zahlreiche Brauerein an. Die Schultheiß - Brauerei, die heutige KulturBrauerei in der Knaakstraße und die Brauerei Pfeffer, dem heutigen Pfefferberg, direkt vis à vis dem Café Chagall sind nur zwei der heute noch bekannten Brauerein, die in anderer Funktion noch Bastand haben. Mit den Brauerein wurden auch die großen Allen wie die Prenzlauer Allee oder die Schönhauser Allee ausgebaut. So konnte das Ausflugspublikum trockenen Fußes in die Biergärten der Brauerein gelangen.  In der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts wurde mit dem Bau der für Berlin so typischen Mietskasernen begonnen und so das heute noch gut erhaltene Stadtbild geschaffen. Zahlreiche Berliner Kneipen wurden eröffnet und haben das Nachtleben befeuert.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die alten Mietskasernen nur notdürftig bis gar nicht renoviert. Außentoiletten, löchrige Dächer und feuchte Keller waren der Lebensraum vieler Prenzlauer Berger, in dem man sich aber auch frei entfalten konnte, was neben den günstigsten Mieten von 56 Mark monatlich für eine 75qm große Zweizimmerwohnung ein Grund für das  satte und reiche kulturelle Leben im Prenzlauer Berg war. Bis die Wendezeit hinein hielt sich das Bevölkerungsgemisch aus Studenten, Arbeitern und Künstlern die Waage. Eine Mischung, die vorallem nach dem Mauerfall das Gebiet zwischen Helmholzplatz und Senefelder Platz entscheidend prägte. Die frühen 90er Jahre waren die Zeit der Experimente und so eröffneten viele der für diese Zeit typischen Studentencafés wie das Westphal am Kollwitzplatz, das Walden in der Choriner Straße, die Schwarze Pumpe in der Fehrbeilliner Straße, das Café Burger auf der Torstraße und das Chagall. Viele der damals so erfolgreichen Lokale gibt es heute nicht mehr. Die Häuser wurden von den Wohnungsbaugenossenschaften verkauft oder den ursprünglichen Hauseigentümern zurück überschrieben, was oft das Aus für die Cafés und viele der im Prenzlauer Berg Geborenen bedeutete. Gentrifizierung und Sojalattemütter waren das, was vom Prenzlauer Berg übrig geblieben zu sein schien. Die Welle an Modernisierung und der Ausbau der Altbauwohnungen zu Luxusappartements in den 2000ern sowie der Stetige Zuzug finanzkräftiger Neuberliner, brachte eine Klagewelle wegen Ruhestörungen gegen die Prenzlauerberger Café- und Kneipenszene mit sich. 

Das Chagall hat diese turbulenten Zeiten bisher gut überstanden, so dass es sich 2014 vergrößert und angebaut hat. Im sogenannten"Neuen Chagall" können die Gäste auf drei verschiedenen Ebenen essen, trinken und feiern. Besonders für größere Veranstaltungen von Geburtstagsfeiern über Lesungen bis hin zu kleinen Konzerten bietet sich der neue Teil an. 

Wir hoffen, auch in den nächsten Jahrzehneten für Sie dasein zu können und laden Sie herzlich ein, vorbei zu kommen. 

 

Für Fragen und Reservierungen stehen wir täglich ab 10:00 Uhr unter der Telefonnummer 030 441 5881 zur Verfügung.